Psychotherapie

Behandlungsverlauf

Bei einem diagnostischen Erstgespräch werden die Indikation für eine Behandlung im Zentrum ÜBERLEBEN abgeklärt. Danach beginnen wir mit  einer ausführlichen Diagnostik, die unter anderem die Biographie, die seelischen und die körperlichen Beschwerden und die traumatischen Erlebnisse umfassen. Die Diagnostik beinhaltet weiterhin allgemeinmedizinische und eine testpsychologische Untersuchung sowie die soziale Anamnese. Anhand dieser Ergebnisse erstellen wir gemeinsam mit dem/r Patient/in einen indikationsabhängigen individuellen Therapieplan.  Begleitet wird die psychotherapeutische Behandlung bei Bedarf durch sozialarbeiterische Beratung und Unterstützung.

Am Beginn der psychotherapeutischen Behandlung von traumareaktiven Erkrankungen steht in der Regel die Psychoedukation. Hier werden den Patient/innen Informationen über die Störung, deren Entstehung, den Verlauf und notwendige Behandlungsinhalte vermittelt,  da viele von ihnen davon ausgehen, selber an den Symptomen schuld zu sein oder gar „verrückt“ geworden zu sein. Sie werden zunächst seelisch stabilisiert und erlernen  Techniken zum besseren Umgang mit den Symptomen ihrer Erkrankung.

Langfristiges Ziel der psychotherapeutischen Behandlung ist es, den/die Patient/in bei der  Integration der traumatischen Erlebnisse in den biographischen Lebenskontext wirksam zu unterstützen. Wesentlich hierfür ist die Verbalisierung sowie  das behutsame  emotionale und kognitive Durcharbeiten der traumatischen Erlebnisinhalte und der damit verbundenen Gefühle, Gedanken und Einstellungen in einem als sicher erlebten, psychotherapeutischen Setting.
Angesichts der Schwere der Erkrankungen erstreckt sich unsere Behandlung meist über einen längeren Zeitraum (ca. 2-3 Jahre).

In der Regel können wir im Laufe der Behandlung eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes unserer Patient/innen erzielen. Die Krankheitssymptome  reduzieren sich und sie spüren eine Verbesserung ihrer Lebensqualität. Da sie  besonders schwerwiegende existentielle und oft wiederholte Traumatisierungen erlebt haben, bleibt bei vielen unserer PatientInnen ein Leben lang anfällig für das Wiederaufflackern von traumareaktiven Symptomen bei erneuten Belastungen. In wiederauftretenden Krisensituationen bieten wir daher Unterstützung im Rahmen unseres Nachsorgeprogramms.

Eine Stabilisierung und Bewältigung der Traumata benötigt ein Leben in sicherer Umgebung, stabile Verhältnisse und die Möglichkeit, Zukunftsperspektiven entwickeln zu können. Dafür ist ein sicherer Aufenthaltsstatus dringend notwendig.  Dies ist bei vielen unserer Patient/innen zumindest in der ersten Zeit nach Aufnahme, manchmal auch über Jahre nicht der Fall. Damit werden die laufenden Behandlungen erschwert und verlängert, was dem Gesundungsprozess entgegen wirkt. Unsere Sozialarbeiter/innen beraten daher im sozialen und sozialrechtlichen Bereich sowie in Aufenthalts-, Migrations- und Integrationsfragen. Dabei stehen sie in engem Kontakt mit den Therapeut/innen und sind in den gesamten Behandlungsprozess eingebunden.

Für ein gutes fachliches Vorgehen und zur persönlichen Entlastung nehmen alle Psychotherapeut/innen sowie weitere, in die Behandlung involvierte Mitarbeiter/innen regelmäßig an internen Fallbesprechungen sowie extern moderierten  Supervisionen teil.