Die Kinder- und Jugendlichenabteilung im bzfo
Die Kinder- und Jugendabteilung im bzfo unterstützt traumatisierte Kinder und Jugendliche bei der Bewältigung ihrer Lebenssituation im Exil, behandelt die Folgen von Kriegstraumata und fördert die weitere kind- und jugendgerechte Entwicklung. Insgesamt stehen 15 Therapieplätze zur Verfügung. Jährlich werden zwischen 40 und 70 KlientInnen betreut. Herkunftsregionen sind zur Zeit vor allem Afrikanische Länder, naher Osten, Afghanistan, Irak und Kauskasus.
Kinder und Jugendliche auf der Flucht
Mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge auf der Welt sind Kinder und Jugendliche. Nach Schätzungen von Flüchtlingsorganisationen sind dies mehr als 16 Millionen Minderjährige. Sie fliehen vor Krieg, Gewalt, Zwangsrekrutierung sowie politischer, religiöser und geschlechtsspezifischer Verfolgung. Auch in Berlin leben mehrere tausend Flüchtlingskinder und -jugendliche, darunter Kinder aus Flüchtlingsfamilien und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die durch Kriegserlebnisse und Flucht zum Teil schwere seelische Verletzungen erlitten haben.
Angebot
- Psychosoziale Beratung
- Ambulante Psychotherapie
- Beratung von Eltern und anderen Bezugspersonen
- Pädagogische und therapeutische Gruppenangebote
- Beratung und Behandlung erfolgen bei Bedarf mit Dolmetschern
- Fachberatung von Kollegen und Bezugspersonen
- Weitervermittlung an andere Fachstellen oder Therapeuten
- Fortbildung auf dem Gebiet der Arbeit mit traumatisierten Kinderflüchtlingen
- Wahrnehmung des Kinderschutzauftrages nach §8a SGB VIII
Team
Wir sind eine klinische Sozialarbeiterin und eine psychologische Psychotherapeutin. Wir berücksichtigen in der Beratung und Therapie sowohl die soziale, rechtliche als auch die psychische Situation.
Projekte
In Kooperation mit Aktion Mensch wurde im Herbst 2008 das Projekt Psychosoziale Hilfen für traumatisierte unbegleitete Flüchtlingsjugendliche ins Leben gerufen. Aktuell sind 65% der Patienten der Kinder- und Jugendabteilung unbegleitete minderjährige Jugendliche. Für sie wird ein Programm angeboten, welches gruppenpädagogische Maßnahmen und individuelle Einzelfallhilfe enthält:
Soziales Kompetenztraining mit Freizeitaktivitäten
Traumatisierte Jugendliche hatten durch ihre Sozialisation im Krieg meist nicht die Möglichkeit, altersgemäße Entwicklungsschritte, zu denen die Herausbildung sozialer Kompetenzen gehört, umfassend zu vollziehen. Hier werden in 14tägigen Treffen Selbstsicherheit, Umgang mit Konflikten, Lob und Kritik oder Kommunikation und Körpersprache trainiert. Zusätzlich zum Training werden Freizeitaktivitäten durchgeführt, in denen Erlerntes erprobt werden kann.
Nachsorge
Aufgrund der besonderen Lebenslage der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge ist ein Gruppenangebot jedoch nicht ausreichend. Besonders mit Erreichen des 18. Lebensjahres, welches meist auch das Ende der Jugendhilfe und der therapeutischen Behandlung darstellt, muss ergänzende Einzelfallunterstützung gewährleistet werden. Diese reicht von Begleitung in aufenthaltsrechtlichen Verfahren, Vermittlung tagesstrukturierender Maßnahmen, Koordination weiterer medizinischer oder therapeutischer Behandlungen, Hilfestellungen bei Behördenangelegenheiten bis zur Ausbildungsplatz- und Arbeitssuche.
Kontakt
Yvonne Laue
Klinische Sozialarbeiterin (MA)
Fachberaterin für Psychotraumatologie
Telefon: (030) 30 39 06 43
E-Mail: y.laue@bzfo.de