Didar, 27 Jahre alt, Opfer häuslicher Gewalt

Didar kam in unser Zentrum in Begleitung einer Verwandten, weil sie unter Alpträumen, chronischen Kopfschmerzen und Depressionen litt. Während des ersten Treffens war Didar sehr nervös, weinte unaufhörlich und meinte alle Menschen zu hassen. Sie bekannte, dass ihre Mutter sie bereits einige Male davon abhalten musst Selbstmord zu begehen ...

... Später erfuhren wir, dass Didar ihren Ehemann verlassen hatte, weil er sie ständig schlug und schikanierte. Als sie es nicht mehr aushielt, floh sie zu ihren Eltern. Da Didar die Grundschule nicht beendet hatte, war sie zunächst  arbeitslos und konnte ihre zwei Kinder im Alter von fünf und sieben Jahren nicht ernähren. Sie war daher gezwungen, diese bei ihrem Ehemann zurück zu lassen, der ihr dann verbot sie zu sehen. Didar litt sehr unter diesen Umständen.

Während weiterer Beratungsgespräche wurde deutlich, dass Didar und ihre Familie bereits in der Vergangenheit traumatischen Erlebnissen ausgesetzt waren. Sechs Jahre zuvor ermordeten Terroristen ihren Bruder in der nordirakischen Stadt Mosul, was die Familie in Verzweiflung und Depressionen stürzte. Die gesellschaftliche Stigmatisierung nach der Scheidung und Trennung von den Kindern wurden zur zusätzlichen Belastung für Didar und ihre Eltern.

Psychologische Beratung und soziale Unterstützung halfen, den psychischen Zustand unserer Patientin zu stabilisieren.  Um ihre wirtschaftliche Situation zu verbessern und Routine in Didars Alltag zu bringen, vermittelten wir sie in einen Schneiderkurs. Didar möchte eines Tages eigenes Geld verdienen und ihre Kinder zu sich holen.